6. Januar 2020 - 10:03 / Aktuell / Film 
14. Januar 2020

Animation und Dokumentarfilm scheint ein Widerspruch zu sein, doch zu aufregenden und erschütternden Ergebnissen führt diese Kombination bei der Nachzeichnung von geschichtlichen Ereignissen, zu denen es kein oder nur wenig Bildmaterial gibt. Drei Beispiele über den Jugoslawienkrieg, Pinochets berüchtigte Colonia Dignidad und die Erfahrungen eines Journalisten im Angolakrieg legen ein eindrückliches Zeugnis dafür ab.

Im Oktober 1991 zieht der junge Schweizer Journalist Christian Würtenberg in den Jugoslawienkrieg. Vier Monate später wird seine Leiche gefunden, erdrosselt mit dem eigenen Schal. Jahrzehnte später will seine Cousine als Filmemacherin die Motive hinter den Mord enträtseln, fördert dabei aber Dinge aus dem Leben des Kriegsberichterstatters zutage, die ihre sentimental grundierte Empathie in Frage stellen.

„In einer bestechenden Mischform aus Dokumentar- und Animationsfilm mit Interviews und albtraumhaften schwarz-weißen Tricksequenzen zeichnet der Film auch den Bewusstwerdungsprozess der Filmemacherin nach und rüttelt an zeitgeschichtlichen Urteilen.“ (filmdienst.de)

„Die Schweizer Filmemacherin Anja Kofmel zeigt mit ihrem halb animierten Dokumentarfilm, wie man Geschichte eben auch erzählen kann. Individuell, bewegend und relevant. Dazu begibt sie sich auf Spurensuche und recherchiert wie ihr Cousin, der als Journalist in den Jugoslawienkrieg zog, ums Leben kam.“ (epd Film)

Chris the Swiss
Animierter Dokumentarfilm
Schweiz 2018, 90 min, Deutsche Originalfassung
Regie: Anja Kofmel
Di, 14. Jan 2020, ab 19.30 Uhr

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