21. Mai 2020 - 11:07 / Ausstellung 

Als Ergänzung zu seinem 360°-Blick auf Salzburg fertigten Johann Michael Sattler und sein Sohn Hubert Sattler Gemälde mit Ansichten von Städten und Naturwundern aus aller Welt. Diese Kosmoramen ermöglichten es dem Publikum, für sie unerreichbare Örtlichkeiten, aus der Nähe kennen zu lernen. Das Salzburg Museum gegenwärtig im oberen Stock des Panorama Museums in Städte, die Hubert Sattler in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gemalt hat. Die neue Ausstellung zeigt eine Serie von Sattlers Kosmoramen, die zu einer Zeit entstanden sind, als viele Menschen aufgrund revolutionärer Umwälzungen oder Verarmung ihre alte Heimat verließen, um ihr Glück in der Neuen Welt zu finden.

Im unteren Stock des Museums führen die Bilder Hubert Sattlers die Kraft des Wassers vor Augen. Sei es die ruhige See im Hafen von Lissabon, tosende Wasserfälle und ruhige Flusslandschaften in den Vereinigten Staaten oder aber auch die tiefen und kühlen Seen des österreichischen Berglands.


Nicht viele hatten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Möglichkeit, die damals bekannte und zivilisierte Welt zu bereisen. Einer der Wenigen, der das konnte, war der Reisemaler Hubert Sattler (1817–1904). Während er unterwegs war, um Städte und Landschaften der Alten und der Neuen Welt auf Gemälden festzuhalten, ließen die Niederschlagung der revolutionären Umwälzungen der Jahre 1848/49 in Europa sowie die Verarmung der Massen durch eine anhaltende Wirtschaftskrise in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Menschen ihr Heil in der Neuen Welt suchen. So verließen aufgrund der großen Hungersnot in Irland allein von 1845 bis 1855 fast zwei Millionen Menschen das Land. Ungefähr drei Viertel von ihnen wanderten nach Nordamerika aus, die restlichen 25 Prozent gingen nach Großbritannien und Australien und trugen so zum Anwachsen der dortigen Metropolen bei. Aber nicht nur die Kontinente übergreifende Migration fand statt. Die fortschreitende Industrialisierung, die Fortschritte in der Gesundheitsvorsorge und die Versorgung der Massen durch Eisenbahn und Dampfschiff führten zu einem enormen Zuzug von verarmter Landbevölkerung in die Städte. Das Leben dieser Arbeitssuchenden in den so entstandenen Ballungsräumen war jedoch für viele ein Dasein in Not und Elend.

Hubert Sattler zeigt die Plätze dieser Aufbrüche aus einem alten Leben und die Sehnsuchtsorte eines neuen Glücks. Mit gewohnt scharfem Blick und der Gabe, auch die kleinsten Details zu erfassen, entführt Sattler in diese Zeit und in einige Städte auf dem europäischen und amerikanischen Kontinent. Auf den ausgestellten Kosmoramen sind Italienische Städte wie Rom ebenfalls zu sehen wie die Stadtsilhouette Kölns mit dem Kölner Dom oder die Festung Alhambra auf der Iberischen Halbinsel Toledo, von Williamsburg aus kann man auch einen Blick auf Manhattan werfen.

Im zweiten Teil der Ausstellung werden Hubert Sattlers Kosmoramen zum Thema Wasser präsentiert. Der Salzburger Künstler bereiste in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Welt, um beeindruckende Gewässer von den USA bis Norwegen zu malen. In seinen großformatigen Gemälden bringt er die ruhige See vor Lissabon, stürzende Wasserfälle in Amerika und kühle Seen in Österreich nahe. Die ausgewählten Kosmoramen strahlen Kraft und Ruhe aus, beides Eigenschaften, die in der Natur des Wassers liegen.

Stadtansichten und Wasserwelten
Mit Hubert Sattler um die Welt
Sonderausstellung im Panorama Museum Salzburg
Bis 27. Juni 2020
www.salzburgmuseum.at



Hubert Sattler: Köln am Rhein, 1890-1900, Öl auf Leinwand (© Salzburg Museum)
Hubert Sattler: Köln am Rhein, 1890-1900, Öl auf Leinwand (© Salzburg Museum)
Sattler Hubert: Granada mit der Alhambra, 1867, Öl auf Leinwand (© Salzburg Museum)
Sattler Hubert: Granada mit der Alhambra, 1867, Öl auf Leinwand (© Salzburg Museum)