14. September 2020 - 9:36 / Aktuell / Literatur 

Der mit 8'000 Euro dotierte Theoder Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil geht in diesem Jahr an den Schriftsteller Erich Hackl. Der Autor habe als einer der ersten Schriftsteller in Österreich begonnen, "von den schlichten Handlungen derer zu erzählen, die sich der Vernichtung entgegenstellten", so die Jury in ihrer Begründung.

Erich Hackl "eröffnete mit seinen Erzählungen die Zugänge zu Traditionen des Widerstands. In diesem nur hatte sich der geschichtliche Zusammenhang, das Ringen der Menschheit um ihre Befreiung aus den selbst auferlegten Fesseln erhalten. Erich Hackl beschreibt nicht Vergangenheit, der es bei diversen Jubiläen zu gedenken gilt, sondern den ganzen, den großen Zusammenhang, der durch die Schwaden der Vergesslichkeit verdeckt wird, und er beschreibt mit einem Aufmerken fürs Besondere, nicht Plausible, das Zerbrechliche", hebt die Jury hervor.

Mit dem Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil werden sowohl die literarische Qualität als auch die Haltung und das Schicksal der Preisträger gewürdigt. In den letzten Jahren wurden auch "Autorinnen und Autoren ausgezeichnet, die nicht mehr selbst die Zeit des Nationalsozialismus erlebt haben, sondern – wie auch der diesjährige Preisträger – sich in ihren Texten mit Ausgrenzung, Verfolgung und Entrechtung auseinandersetzen", so die Theodor Kramer Gesellschaft, die die Auszeichnung vergibt.

Der nach dem aus dem Weinviertel stammenden Dichter Theodor Kramer (1897-1958) benannte Preis wird seit 2001 alljährlich verliehen. Unter den bisherigen 26 Preisträgern waren u.a. Fred Wander, Georg Stefan Troller, Jakov Lind, Milo Dor, Ruth Klüger, Manfred Wieninger, Renate Welsh und Martin Pollack.