9. September 2019 - 16:55 / Aktuell 

In diesem Jahr geht der Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil zu gleichen Teilen an Claudia Erdheim und Martin Pollack. Wie die Theodar-Kramer-Gesellschaft argumentiert, richteten die beiden in ihren Texten "den Blick auf lange Zeit aus der österreichischen Literaturgeschichte ausgeklammerte Regionen und aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängte Geschichten".

Die 1945 in Wien geborene und seit 1984 als Schriftstellerin tätige Erdheim hat Romane, Kurzgeschichten, Erzählungen und Reportagen veröffentlicht. Der Preis würdige jenen Aspekt ihres Werkes, der vergessene jüdisch-österreichische Geschichte(n) wieder in den Blickpunkt rücke, heisst es in der Begründung.

Mit der Verleihung des Preises an den 1944 in Bad Hall geborenen Autor, Journalisten und Übersetzer Pollack wiederum werde "der sein gesamtes Schreiben bestimmende Aspekt, die Nachwirkungen der Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts zu vermitteln, in den Mittelpunkt gerückt".

Mit dem Theodor-Kramer-Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil werden sowohl die literarische Qualität als auch die Haltung und das Schicksal der Preisträger gewürdigt. Er wird seit 2001 alljährlich verliehen. Bisherige Preisträger waren u. a. Ruth Klüger, Fred Wander und Milo Dor.