14. Mai 2011 - 2:35 / Bühne / Musiktheater 

Die Ermordung des schwedischen Königs Gustav III. 1792 durch eine Gruppe von Adeligen, die sich gegen ihn verschworen hatten, auf einem Maskenball in Stockholm fand zuerst in einer Vertonung durch Daniel-François-Esprit Auber den Weg auf die Opernbühne. Das Libretto dazu schrieb Eugène Scribe 1833. 25 Jahre später bat Verdi den venezianischen Dramatiker Antonio Somma, ihm den Text für ein Werk, das er im Auftrag des Teatro San Carlo in Neapel schreiben sollte, zu bearbeiten.

Das Zustandekommen der Uraufführung scheiterte jedoch an der neapolitanischen Zensurbehörde, die Verdi schon im Falle von "Luisa Miller" Probleme bereitet hatte. Diesmal war der inzwischen weltberühmte Komponist nicht mehr bereit, weit reichende Eingriffe zuzulassen und vergab die Uraufführung stattdessen ans Teatro Apollo in Rom, wo die Oper 1859 zum Triumph wurde. Auch im Kirchenstaat wollte die Zensurbehörde auf offener Bühne keinen Mord an einem europäischen Monarchen dargestellt sehen; so wurde die Handlung ins puritanische Boston des 17. Jahrhunderts verlegt.

In der Zürcher Neuinszenierung wird die Geschichte wieder an den historischen Ort des Geschehens zurückversetzt. Der Kern der Oper ist jedoch nicht von solchen Fixierungen abhängig: Allgegenwärtig sind Verkleidung und Maskerade. In dieses Spiel im Spiel ist die tragische Liebesgeschichte zwischen dem Schwedenkönig Gustavo und Amelia, der Gattin seines besten Freundes, hineinverwoben. Sie endet damit, dass der Regent in dem Augenblick, da er der verbotenen Leidenschaft abschwört, von Amelias eifersüchtigem Gatten Renato Anckarstroem getötet wird. Nicht nur die Umstände des Mordes auf dem titelgebenden Maskenball, auch Figuren wie die Wahrsagerin Ulrica Arvidson oder der Page Oscar machen die Oper zu einem schillernden Stück, in dem mitreissende Leidenschaftlichkeit mit ironischer Gebrochenheit abwechselt und sich Komik und Tragik durchdringen.

Un ballo in maschera von Giuseppe Verdi
In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung
Dirigent: Nello Santi
Inszenierung: David Pountney
Premiere: Montag, 25. April 11

Mit: Fiorenza Cedolins (Amelia), Yvonne Naef (Ulrica Arvidson), Sen Guo (Oscar); Piotr Beczala (Gustavo III), Vladimir Stoyanov (Anckarstroem), Thomas Tatzl (Cristiano), Andreas Hörl (Graf Ribbing), Giuseppe Scorsin (Graf Horn), Miroslav Christoff (ein Richter), Shinya Kitajima (ein Diener Amelias)

Weitere Spieldaten:
29.04./ 3.05./ 6.05./ 8.05./ 11.05./ 14.05./ 17.05./ 19.05./ 22.05.2011

Opernhaus Zürich
Falkenstrasse 1
CH - 8008 Zürich

T: 0041 (0)44 26864-00
F: 0041 (0)44 26864-01
E: info@opernhaus.ch
W: http://www.opernhaus.ch/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



  •  25. April 2011 22. Mai 2011 /
15991-15991dsc0032.jpg
(c) Suzanne Schwiertz
15991-15991dsc00641.jpg
(c) Suzanne Schwiertz
15991-15991dsc0125.jpg
(c) Suzanne Schwiertz
15991-15991dsc0184.jpg
(c) Suzanne Schwiertz
15991-15991dsc2664.jpg
(c) Suzanne Schwiertz