3. Dezember 2021 - 10:43 / Aktuell / Konzeptkunst / Köpfe 

Der US-amerikanische Konzeptkünstler Lawrence Weiner ist gestern im Alter von 79 Jahren gestorben. Dies gaben die Lisson Gallery und die i8 Gallery, die beide das Werk des Pioniers der Textinstallationen vertreten, bekannt. Weiner, der 1942 in der New Yorker Bronx zur Welt kam, gilt Weiner als Mitbegründer der Konzeptkunst. Berühmt wurde seine "Declacration of Intent", in der er 1968 formulierte, dass der Künstler zwar ein Werk erschaffe (The artist may construct the piece), die Entscheidung über die Ausführung des Kunstwerks aber letztlich bei den Betrachtern liege. Im selben Jahr erschien sein berühmter Textband „Statements“ (1968).

In Österreich bekannt wurde Weiner unter anderem durch sein Werk „Smashed to Pieces (In The Still Of The Night)/Zerschmettert in Stücke (Im Frieden der Nacht)“, das ab 1991 auf dem Flakturm im Wiener Esterhazy-Park prangte. Das ursprünglich im Rahmen der Wiener Festwochen als temporäre Installation konzipierte Werk wurde 2019 im Zuge von Umbauarbeiten des im Flakturm befindlichen Hauses des Meeres übermalt.

Seit Mai dieses Jahres ist die Arbeit wieder für ein Jahr zu sehen: Das Museum für angewandte Kunst (MAK) projiziert die Sprachskulptur, deren deutschsprachige Fassung vom österreichischen Schriftsteller Ferdinand Schmatz stammt, bei Dunkelheit auf die Feuerwand des Schwanzer-Traktes der Universität für angewandte Kunst Wien.

Vom November 2016 bis Ende Januar 2017 widmete ihm das Kunsthaus Bregenz eine große Einzelausstellung. Auch hier standen seine Sprachbilder im Zentrum. Weiner betrachtet Sprache als Tatsache, als Faktum. Sie hat dasselbe Gewicht wie ein Stein, der von einem Bildhauer bearbeitet wird. An der Wand wird sie zu einer physisch erlebbaren, nahezu greifbaren Existenz.

Weiner, der mehrmals zur Documenta und zur Biennale di Venezia eingeladen war, hatte zuletzt den mit 20.000 Euro dotierten Oskar-Kokoschka-Preis zugesprochen bekommen, den er im März 2022 in Wien hätte entgegennehmen sollen.