6. April 2012 - 1:01 / Archiv / Museum 

2009 hat sich in Berlin die AG Sepulkralkultur der Neuzeit gegründet, um verschiedene Aspekte von Tod und Sterben in der Frühen Neuzeit zu untersuchen. Die Ausstellung "Von den letzten Dingen. Tod und Begräbnis in der Mark Brandenburg 1500-1800" präsentiert vom 12. Januar bis 11. April 2012 in drei Sektionen die Ergebnisse interdisziplinärer Projekte.

Die erste Sektion zeigt beispielhaft das Leben und Sterben des Konrad von Burgsdorff. Durch die Medien ging 2009 die Bergung seines Zinnsarkophags, der nun, nach der Konservierung an der Hochschule für Technik und Wirtschaft, erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Im Mittelpunkt der zweiten Sektion steht ein Brauch im Fokus von Archäologie und Ethnologie. In vielen Kulturen lässt sich das Phänomen der "Hochzeit am Grabe" nachweisen. Teil dieser Praxis sind Totenkronen, die ledig Verstorbenen ins Grab gegeben oder als Gedächtnismale in Kirchen ausgestellt wurden.

Die dritte Sektion bettet die Einzelaspekte in größere kulturgeschichtliche Strukturen ein, indem die Entwicklung der Sitte, sich in Grüften unter Kirchen beisetzen zu lassen, anhand von Funden aus Berliner Grüften, z.B. der Parochialkirche, dargestellt wird.

Die Ausstellung wird von einer Tagung vom 12. bis 14. Januar 2012 im Pergamonmuseum begleitet.

Eine Ausstellung der Arbeitsgemeinschaft Sepulkralkultur der Neuzeit (ar.se.n.) in Zusammenarbeit mit dem Museum für Vor- und Frühgeschichte, Berlin und in Kooperation mit dem Museum für Sepulkralkultur, Kassel.

Von den letzten Dingen
Tod und Begräbnis in der Mark Brandenburg 1500-1800
Do 12. Januar bis Mi 11. April 2012

Neues Museum
Bodestraße 1-3
D-10178 Berlin
T 0049 (0)30 266 4242-42

Öffnungszeiten:
Mo bis Mi 10 - 18 Uhr
Do bis Sa 10 - 20 Uhr
Sonntag 10 - 18 Uhr



  •  12. Januar 2012 11. April 2012 /
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Ausgrabung auf dem Berliner Schlossplatz: Blockbergung des Sarkophags des Konrad von Burgsdorff (1595-1652) am 9. April 2009. Foto: Michael Malliaris, 2009
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Aufsicht auf die Blockbergung des Blei-Zinn-Sarkophags des Konrad von Burgsdorff (1595-1652.) Der emaillierte Johanniterorden war bereits in situ gut erkennbar. Foto: Karol Suchak, 2010
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Cuno von Uechtritz-Steinkirch (1856-1908): Büste des Konrad von Burgsdorff (1595-1652) 1899, Marmor. Die Büste stammt aus der Figurengruppe 24 (Georg Wilhelm) der ehemaligen Siegesallee im Berliner Tiergarten.