16. Oktober 2021 - 22:17 / Ausstellung / Fotografie 

Der Rankweiler Kulturverein Mesnerstüble versucht von 17. Oktober bis 7. November, sich dem Thema Tod aus verschiedensten Blickwinkeln anzunähern. Zu den Programmpunkten zählt unter anderem auch eine Ausstellung mit Schwarz-Weiß-Fotografien des Feldkircher Fotokünstlers Nikolaus Walter in dem vom Verein bespielten "Mesnerstüble". Unter dem Titel "Von den letzten Dingen" präsentiert Walter eine Reihe von Aufnahmen, die er bei mehreren Besuchen des Monumentalfriedhofs Staglieno (Cimitero monumentale di Staglieno) gemacht hat, der sich auf einem mehr als einem Quadratkilometer großen Areal eines südostseitig geneigten Berghangs des genuesischen Stadtteils Staglieno in der Nähe von Genua erstreckt.

Bemerkenswert an diesem genuesischen Friedhof, der am 1. Jänner 1851 offiziell eröffnet wurde, obwohl er bei weitem noch nicht fertiggestellt war, sind die häufig mit unglaublichem Pomp ausgestatteten Grabmäler und figürlichen Darstellungen, die stilistisch überwiegend dem "bürgerlichen Realismus“ des 19. Jahrhunderts zuzurechnen sind. "Hier wird vielfach einer naturalistischen Selbstdarstellung der Verblichenen gefrönt, die der Selbstdarstellung der Lebenden unter den Arkaden der Genueser Einkaufsmeile in nichts nachsteht. Staglieno ist ein pompöses Museum der Bildhauerei der letzten 150 Jahre: Barocke Allegorie, Klassizismus, Spätromantik, Realismus, Naturalismus, Symbolismus, Jugendstil und Art Deco finden sich in Marmor, vor allem dem nahezu weißen Cararra-Material, dem Bildhauermaterial Statuario.“ (Wikipedia)
Eine spezielle Eigenheit dieses Friedhofes, auf dem etwa der italienische Sänger Fabrizio de Andre (1940–1999) begraben liegt, ist es auch, dass die ursprünglich nahezu weißen Marmorplastiken und Steinelemente mit schwarzem Bohnerwachs geschwärzt worden sind.

Nikolaus Walter setzt vor allem Skulpturen oder Skulpturengruppen ins Bild, die besondere situative Szenen markieren. So etwa eine halbnackte Frau, die vom Tod festgehalten wird, oder einen monumentalen sitzenden Engel, dem einer der Flügel weggebrochen ist. Oder der international bekannte Fotograf zoomt einen Frauenkopf heran, um den durch Witterungseinflüsse bedingten Zerfall der Skulptur ins Bewußtsein zu rücken. Denn auch Gestein, vor allem der weiche Marmor, hat ein Ablaufdaten und kann keine Ewigkeitsversprechen einlösen.

Nikolaus Walter: Von den letzten Dingen
Mesnerstüble, Rankweil
17.10.-7.11.
Eröffnung: 17.10., 17.00 Uhr
Sa, So 14-22
Unter der Woche an Veranstaltungen: 17-22
www.mesnerstueble.com



© Nikolaus Walter
© Nikolaus Walter
© Nikolaus Walter
© Nikolaus Walter
© Nikolaus Walter
© Nikolaus Walter
© Nikolaus Walter
© Nikolaus Walter
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