25. Mai 2020 - 19:56 / Aktuell 
4. Juni 2020

Die Corona-Krise führt zu Programmänderungen im Vorarlberg Museum. Die beiden Sonderausstellungen „Auf eigene Gefahr“ und „Sagmeister & Walsh – Beauty“ müssen verschoben werden. Stattdessen wird die Ausstellung „Reinhold Luger – Grafische Provokation“ bis Ende August verlängert und im Herbst eine Sonderausstellung mit Highlights aus der eigenen Sammlung eröffnet. Dazu gehört auch die „Corona-Sammlung“, die im Atrium des Museums gezeigt wird.

Aufgrund von Einschränkungen im Personen- und Warenverkehr sowie Kurzarbeit im Museum bzw. bei Partnerunternehmen hätte die Sommerausstellung „Beauty“ von Stefan Sagmeister und Jessica Walsh frühestens im Herbst eröffnen können. Gemessen am Aufwand ist die verbleibende Ausstellungsdauer zu kurz, da die Schau am 10. Jänner bereits abgebaut werden muss und weiter nach Frankreich geht. Um das Heimspiel des Bregenzer Grafikdesigners Stefan Sagmeister dennoch zu ermöglichen, verhandelt das Vorarlberg Museum mit dem MAK Wien über eine mögliche Präsentation im Jahr 2022. Teilweise ähnlich verhält es sich mit „Auf eigene Gefahr“, eine Ausstellung von Lisa Noggler-Gürtler zum Thema Sicherheit (geplant ab 15. Mai), wobei hier auch inhaltliche Gründe für die Verschiebung maßgebend waren. „Man kann die Pandemie mit all ihren Auswirkungen bei einer Ausstellung nicht ausklammern, bei der es um das Sicherheitsempfinden der Menschen geht“, sagt Direktor Andreas Rudigier. Die Schau wird im Mai 2021 eröffnet werden.

Das Museum nutzt die Möglichkeit, um ab Oktober Ausstellungen mit Beständen aus der reichhaltigen Sammlung zu machen. Was zunächst digital zu sehen war (www.vorarlbergmuseum.at/vorarlberg-museum-digital), wird nun real gezeigt: Außergewöhnliche Objekte aus allen Sammlungsgebieten, vom Schandmantel aus einem Gefängnis in der Bregenzer Oberstadt über Werke der Malerin Angelika Kauffmann bis hin zu einem „Schnapshund“ aus dem 18. Jahrhundert, der nichts anderes als eine Schnapsflasche in Form eines Hundes ist.

Parallel dazu wird im Atrium die neue „Corona-Sammlung“ präsentiert. Bereits Mitte März hat das Museum Aufträge zur Dokumentation der Krise an die Schriftstellerin Daniela Egger und die Fotografin Sarah Mistura erteilt, selbst gesammelt bzw. öffentliche Aufrufe gestartet. Die Ergebnisse werden, ergänzt um Objekte aus anderen Vorarlberger Museen bzw. Ankäufe von Vorarlberger Künstlerinnen und Künstler ebenfalls ab Oktober präsentiert. Über die Sommermonate wird im Atrium die Ausstellung über die 14 Nothelfer zu sehen sein.

Mit der Wiedereröffnung des Hauses am 4. Juni finden auch wieder Führungen für Gruppen mit max. 10 Personen statt. Ob die für Sommer geplanten Veranstaltungen stattfinden könnten, hängt vom neuen Regierungserlass ab, der für kommenden Freitag angekündigt ist.

Vorarlberg Museum
Kornmarktplatz 1
A - 6900 Bregenz

T: 0043 (0)5574 46050
E: info@vorarlbergmuseum.at
W: http://www.vorarlbergmuseum.at

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