9. September 2020 - 20:28 / Aktuell / Theater 
19. September 2020

"Wir arme Leut. Sehn Sie, Herr Hauptmann ... ich glaub wenn wir in Himmel kämen, so müßten wir donnern helfen." Mit diesem bitteren Scherz beschreibt der einfache Soldat Franz Woyzeck den schmalen Wert, den die Gesellschaft seinem und seinesgleichen Dasein zumisst. Er gibt sich keinen Illusionen hin, keinen falschen Hoffnungen, selbst im Jenseits erwartet er keine Erlösung von Armut und Standesmakel. Und wir, die wir ihm zuschauen, wissen ohnehin: Jemand wird sterben, aus diesem oder jenem Grund. Schicksal, ein Milieudelikt, was geht es uns an?

Georg Büchners Dramenfragment "Woyzeck" gibt keine Antworten. Es bleibt so konkret wie rätselhaft, so unmittelbar fassbar wie literarisch anspielungsreich, lässt unendlich viel Spielraum für Interpretation und entzieht sich dabei jeder analytischen Festlegung.

"Ein vielmal vom Theater geschundener Text", klagte Heiner Müller bereits vor 35 Jahren. Und doch ist Woyzeck bis heute eines der meistgespielten Dramen auf deutschsprachigen Bühnen. Weil sich ihm immer noch Neues entlocken lässt, weil es nie eine Zeit gab, in die es nicht gepasst hätte, weil es immer brisant und relevant ist.

Woyzeck
nach dem Stück von Georg Büchner
Inszenierung: Tobias Wellemeyer
Songs und Liedtexte von Tom Waits und Kathleen Brennan
Konzept von Robert Wilson
Textfassung von Ann-Christin Rommen und Wolfgang Wiens
Sa, 19.09.2020, 19.30 Uhr
Di, 22.09.2020, 19.30 Uhr
So, 27.09.2020, 19.30 Uhr
Do, 08.10.2020, 19.30 Uhr
Sa, 24.10.2020, 19.30 Uhr
Mi, 28.10.2020, 19.30 Uhr
Fr, 13.11.2020, 19.30 Uhr

Vorarlberger Landestheater
Seestraße 2
A - 6900 Bregenz

T: 0043 (0)5574 42 8 70
F: 0043 (0)5574 48 3 66
E: info@landestheater.org
W: http://www.landestheater.org/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



  •  19. September 2020 /