2. Juni 2019 - 4:50 / Ausstellung 
7. Juni 2019 20. Oktober 2019

Der Prozess der Moderne und mit ihr des Bauhauses hat sich über viele Veränderungen und Orte vollzogen. Kartiert man das Bauhaus und sein globales Netzwerk, so gehört Stuttgart zu den Orten, die für Bauhäusler mitprägend waren wie auch von ihnen beeinflusst wurden. Viele mit dem Bauhaus assoziierte Architekten, Designer und Künstler haben in Stuttgart gelebt, gearbeitet und Spuren hinterlassen. In den 1920er-Jahren erfuhr die Stadt große kulturelle und politische Umbrüche und wurde unter maßgeblichem Einfluss von Neuem Bauen und Neuem Sehen zum »Labor der Moderne«. Auch in unserer postindustriellen Zeit fordern Transformationsprozesse Städte wie Stuttgart sozioökonomisch und ökologisch heraus.

Vor diesem Hintergrund plant die Staatsgalerie Stuttgart mit »Weißenhof City. Von Geschichte und Gegenwart der Zukunft einer Stadt« in Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern eine bewusst experimentelle und investigative Ausstellung. Als Ort der aktiven Produktion von Wissen untersucht und vermittelt das Museum mit diesem Projekt ortspezifisch konkret und darin exemplarisch Ideen, Geschichte(n), Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte(n) des Bauhauses und zielt auf aktuelle globale Fragen: Wie können wir Ambitionen des Bauhauses und Universalismus der Moderne – wie sie in ihren Auswirkungen auch in Stuttgart manifest sind – weiterdenken und berechtigte Kritik daran produktiv machen? Wie können wir ihren utopischen Überschuss für unsere Gegenwart neu denken?

So forschen die Künstler im Stadtraum wie in der Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart nach diesem spezifischen »Labor der Moderne«, um Geschichte auf eine alternative Gegenwart hin zu öffnen. Ansatzpunkte sind dabei etwa die Ausstellungen »Die Wohnung« (1927), mit dem Bau der Weißenhofsiedlung unter Leitung Mies van der Rohes, und »Film und Foto« (1929), mit kuratiert von László Moholy-Nagy, die eng mit Protagonisten des Bauhauses verwobene und global rezipierte Meilensteine des Neuen Bauens und Sehens, der Ausstellungs- und Mediengeschichte sind.

Weitere Ausgangspunkte sind die Sammlungen der Staatsgalerie Stuttgart mit ihrem weltweit bedeutenden Bestand an Werken Oskar Schlemmers, ihrem Archiv seines schriftlichen Nachlasses, ihrem Archiv des kunsttheoretischen Nachlasses Adolf Hölzels, den Sammelmappen der Bauhaus-Meister sowie mit umfangreichen Konvoluten, Werken und Dokumenten vieler Künstler und Studierender des Bauhauses. Aus Sicht unserer globalisierten Gegenwart setzen sich die Künstler mit dem Bauhaus-Kosmos – Protagonisten und das Bauhaus reflektierenden Reformern, Orten und Bauten, Archiven und Dokumenten, Geschichte(n) und Mythen – in und von Stuttgart aus auseinander und nehmen in ihren Beiträgen das Publikum mit auf Tour – jenseits bekannter Pfade.

Das Spektrum ihrer Beiträge reicht von Videos, Installationen und Interventionen bis zu Spaziergängen. Sie entstehen, dem Projektcharakter des Bauhauses entsprechend, im Prozess des Ausstellungsvorhabens. Orte ihrer Präsentation sind die Staatsgalerie Stuttgart und Stationen im Stadtraum Stuttgart. Die Spurensuche nach der damaligen Gegenwart des vorausschauenden Bauhauses und seiner imaginierten Zukunft, die unsere Lebenswelt heute ist, wird von einem umfangreichen Programm für und von diversen Interessierten, aktiv Involvierten und Kooperationspartnern mit dialogischen Spaziergängen, Exkursionen, Workshops und weiteren Erkundungsmöglichkeiten begleitet.

Weißenhof City. Von Geschichte und Gegenwart der Zukunft einer Stadt
7. Juni bis 20. Oktober 2019

Staatsgalerie Stuttgart
Konrad-Adenauer-Str. 30-32
D - 70173 Stuttgart

T: 0049 (0)711 470 40 0
F: 0049 (0)711 236 99 83
E: info@staatsgalerie.de
W: http://www.staatsgalerie.de/

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  •  7. Juni 2019 20. Oktober 2019 /
Axel Foli, Collage unter Verwendung von Fotografien von Sailko, nach Lizenz CC-BY-3.0, 2018
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Dani Gal, White City, 2018, HD-Video, Farbe, Ton, Colour HD video, sound, 25‘, Still, Courtesy: Dani Gal, Galerie Kadel Willborn, Düsseldorf, Kamera: Itay Marom
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Boris Sieverts, Turnhalle Falkertschule, 2018, Digitalfotografie, Courtesy: Boris Sieverts
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