5. Mai 2011 - 3:29 / Tanz
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Die Choreographie von "Babel (Words)" setzt in jenem mythischen Augenblick an, als Gott beim Turmbau zu Babel die Gemüter der Menschen verwirrte, sie statt in einer in verschiedenen Zungen sprechen ließ und so ein für alle Mal Zwietracht unter den Menschen säte. Was wäre geschehen, wenn der Turmbau zu Babel erfolgreich gewesen wäre?

Der in Vorarlberg bestens bekannte britische Künstler Antony Gormley (Horizon Field) hat schon wie bei "Sutra" (Bregenzer Frühling 2010) das Bühnenbild gestaltet. Fünf riesige aus glänzenden Metallstangen errichtete Kuben unterschiedlicher Größe sind auf die Bühne gestellt, aus denen die Akteure wechselnde Landschaften, zeitweise auch einen riesigen Turm, bauen, mit denen sie spielen, an denen sie herumturnen und die ihnen sogar zu Gefängnissen werden, gegen deren imaginäre Mauern sie anrennen.

Dazu der ergreifende Gesang, die pochenden Rhythmen von Perkussionisten aus Italien, Indien, Japan, die über den Köpfen der Tanzenden die Fäden ziehen. Ihre Musik scheint aus anderen Sphären zu kommen, und immer wieder bringt sie die in allen möglichen Idiomen schwafelnden Erdenwürmer zusammen. Geschichten flackern auf. Hier kommen Menschen aus 13 Ländern zusammen, die 15 Sprachen sprechen und sich immer wieder in mächtigen synchron getanzten Gruppensequenzen finden. Auf das Prinzip der Metamorphose baut auch Sidi Larbi Cherkaouis Performancekunst. Hip-Hop kippt in ein arabisches Traditional, der gröbste Kampf in entrückteste Bewegung, die schönste Utopie in die fürchterlichste Drohung.

Freitag, 6. Mai 2011, 20.00 Uhr
Babel (Words)
Choreographie: Sidi Larbi Cherkaoui und Damien Jalet | Bühne: Antony Gormley Licht: Adam Carrée | Interpretiert und getanzt von: Navala Chaudhari, Francis Ducharme, Darryl E. Woods, Jon Filip Fahlstrom, Damien Fournier, Ben Fury, Paea Leach, Christine Leboutte, Ulrika Kinn Svensson, Kazutomi Kozuki, Sandra Delgadillo Porcel, James O’Hara, Helder Seabra | Musik: Patrizia Bovi, Mahabub Khan, Sattar Khan, Gabriele Miracle, Shogo Yoshii (Kodo)

Bregenzer Festspiel- und Kongresshaus
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  •  6. Mai 2011 /
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