20. Juli 2020 - 8:07 / Aktuell / Ausstellung 

Unter dem Titel "Grenze und Freiheit" sind von 25. Juli bis 23. August im Schloss Goldegg im salzburgischen Pongau Werke der Kunstschaffenden Carla Degenhardt, Andreas Prause, Klaus Staeck und Thomas Wizany zu sehen. Hintergrund der Ausstellung ist das Faktum, dass Kleidung ohne Zweifel kultur- und zeitabhängig ist, wie Kleidervorschriften der Vergangenheit und die Dresscodes der Gegenwart beweisen. Kleidung bietet Schutz, sie schmückt, sie ist Statement und Statussymbol. Kleidung kann aber auch aus radikal politisch, sozial oder religiös motivierten Gründen getragen werden. Man denke nur an die Krawatte, die Kippa, das Kopftuch, das Dirndl oder die Ganzkörperverhüllungen Nikab, Tschador und Burka.

Die in Wien lebende und arbeitende Künstlerin Carla Degenhardt ( geb. 1963 in Buenos Aires) etwa hat es gewagt, Burka und Nikab mit den hiesigen Kleidervorstellungen zu vermengen, in dem sie einen Männernikab und eine Dirndlburka entwarf und von muslimischen Schneidern umsetzen ließ.

Andreas Prause ( geb. 1966) wiederum, der in der Flüchtlingsbetreuung seines Heimatortes Bad Hofgastein engagiert ist, porträtierte mehr als ein Dutzend Menschen, die aus ihren Heimatländern flüchten mussten. Seine großformatigen Kohlezeichnungen führen die banale Erkenntnis vor Augen, dass sich die als anonyme Masse wahrgenommenen Menschen aus individuellen Typen zusammensetzt, die einen eigenen Charakter mit eigener Vergangenheit und eigenen Träumen haben.

Der 1938 in Heidelberg geborene Klaus Staeck hat sich vor allem als Plakat­künstler einen Namen gemacht. Er hat unter anderem die berühmten "Apokalyptischen Reiter" von Albrecht Dürer neu interpretiert. Waren es bei Dürer noch Hunger, Pest, Krieg und Tod, so sind es bei Staeck vier weltdominierende Konzerne, die uns zwar grenzenlose Freiheit versprechen – aber auch die Apokalypse mit sich bringen.

Letztlich interpretiert und ergänzt der Karikaturist Thomas Wizany (*1967; Salzburg) Tag für Tag in den Salzburger Nachrichten die Kommentare seiner schreibenden Kollegenschaft. Seine Mittel sind das ins Bild gesetzte Spiel mit der Sprache, Humor und Witz. Inhaltlich schließt sich der Kreis zur "Burka".