19. Mai 2020 - 10:04 / Ausstellung
27. Mai 2020

Das Leopold Museum in Wien öffnet am Mittwoch, 27. Mai und somit noch vor dem Pfingstwochenende, nach der Corona bedingten Schließung wieder seine Pforten.

Die Wiedereröffnung, und hier insbesondere die Schau Hundertwasser-Schiele. Imagine Tomorrow, setzt dabei mit Friedensreich Hundertwasser ein für die Gegenwart signifikantes Zeichen: Seine visionären Konzepte, seine künstlerische Gestaltungskraft und vor allem sein ökologisches Engagement könnten aktueller nicht sein. Hundertwassers Manifeste sind Botschaften für teilhabende und aktive BürgerInnen, die für die gesellschaftliche Entwicklung von größter Relevanz sind. Seine Überzeugung, dass alles – Globalisierung, Raubbau an der Natur, Klimakatastrophe, Reduktion der Artenvielfalt etc. – zusammenhängt, könnte als Botschaft nicht besser in unsere Zeit passen: "Wir müssen einen Friedensvertrag mit der Natur anstreben, der einzig schöpferischen, übergeordneten Macht, von der der Mensch abhängig ist. (…) Die Schöpfung des Menschen und die Schöpfung der Natur müssen wiedervereinigt werden. Die Entzweiung dieser Schöpfungen hatte katastrophale Folgen für die Natur und für den Menschen." (Hundertwasser, 1998)

Neben der Hundertwasser – Schiele Ausstellung, die nach einem fulminanten Start Ende Februar bisher nur rund zweieinhalb Wochen zugänglich war, können die BesucherInnen die umfangreiche, sich permanent verändernde Dauerpräsentation "Wien 1900. Aufbruch in die Moderne" sowie die Schau zum Thema "Deutscher Expressionismus" aus den Sammlungen Braglia und Johenning wieder bestaunen.

Die umfassende, sich über drei Ebenen erstreckende Ausstellung "Wien 1900. Aufbruch in die Moderne" präsentiert den Glanz und die Fülle künstlerischer und geistiger Errungenschaften einer Epoche, die geprägt war vom Aufbruch der Secessionisten bis hin zum Untergang der Monarchie und dem Tod herausragender Künstler der Wiener Moderne wie Gustav Klimt, Egon Schiele, Koloman Moser oder Otto Wagner im Jahr 1918. Die Neupräsentation zeigt nicht nur Meisterwerke aus der Sammlung des Leopold Museum, sondern ermöglicht – mit nationalen und internationalen Dauerleihgaben – die Darstellung des Fluidums jener pulsierenden Zeit mit all ihren Gegensätzlichkeiten.

Wieder zu sehen ist auch die Ausstellung "Deutscher Expressionismus". Die Sammlungen Braglia und Johenning. Mit Zustimmung der Sammler und weiterer LeihgeberInnen kann die rund 100 Exponate umfassende Auswahl expressionistischer Werke aus den bedeutenden europäischen Kunstsammlungen von Gabriele und Anna Braglia, Lugano und Renate und Friedrich Johenning aus Nordrhein-Westfalen bis Herbst 2020 gezeigt werden,

Die Dialogausstellung "Hundertwasser – Schiele". Imagine Tomorrow stellt bedeutende Werke von Friedensreich Hundertwasser ausgewählten Beispielen aus dem Schaffen von Egon Schiele gegenüber. Die Schau spürt anhand von 200 Exponaten der Verwandtschaft dieser beiden Ikonen österreichischer Kunst nach und zeigt sie in einem neuen, überraschenden Licht. Obwohl sie einander nie persönlich kennenlernen konnten, verbindet sie doch sehr viel. Die Selbststilisierung Egon Schieles zum Propheten fand in Hundertwasser ebenso Widerhall wie die Darstellung der beseelten Natur. Die kritische Selbstbefragung Schieles und die Ideen Hundertwassers, der als Vorkämpfer der Ökologiebewegung und Gestalter von Lebensräumen die Kunst des 20. Jahrhunderts über die Grenzen Österreichs hinaus prägte, sind angesichts des weltweiten Kampfes gegen die Umweltzerstörung und der Strategien zur Bewältigung der Krisensituation der vergangenen Monate von höchster Aktualität.

Leopold Museum
Museumsplatz 1, MQ
A - 1070 Wien

T: 0043 1 525 70-1523
F: 0043 1 525 70-1500
E: office@leopoldmuseum.org
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  •  27. Mai 2020 /
© Leopold Museum, Wien
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