4. Mai 2011 - 2:31 / Ausstellung / Archiv 
29. Januar 2011 8. Mai 2011

Das Wilhelm-Hack-Museum hat sich in der Vergangenheit nicht nur mit seiner Sammlung, sondern auch mit seinen Wechselausstellungen im Bereich der gegenstandslosen Malerei international Beachtung verschafft. Mit Sean Scully zeigt das WHM einen der wichtigsten Vertreter der abstrakten Malerei unserer Zeit. Er hat die Möglichkeiten der gegenstandslosen Malerei jenseits des Minimalismus entscheidend erweitert.

Virtuos verfolgt er seine ganz eigene, auf wenige Elemente beschränkte Bildsprache: Markenzeichen des irischen Künstlers mit Ateliers in New York, Barcelona und München sind abstrakte Kompositionen aus horizontalen und vertikalen Streifen, gemalt mit breitem, souveränem Pinselstrich. Berühmt wurde Scully mit seinen großformatigen Bildern, die unterschiedlichste Streifenformationen zeigen. In den einfachen, ornamentartigen Streifenmustern und Farbfeldern entfaltet sich ein verblüffendes Spektrum an atmosphärischer Malerei. Die Arbeiten weisen nicht nur malerisch große Tiefe auf, sondern haben auch als reliefartige Bildobjekte raumgreifende Wirkung.

Nach sehr reduzierten Arbeiten zuvor führte Scully in den frühen 80er Jahren Farbe, Raum und eine spannungsreiche Oberflächentextur in sein Werk ein. Pastos aufgetragene Farbschichten lassen Flächen körperhaft erscheinen; durchscheinende Farblasuren erzeugen eine vibrierende Tiefe. Dieser Eindruck von Raumhaltigkeit wird noch verstärkt durch reliefartig vorspringende Einzelteile, aus denen die Bilder zusammengesetzt sind. Mit bis zu 40 cm Tiefe handelt es sich mehr um raumgreifende Bildobjekte als um flache Leinwände. Die mit breitem Pinsel locker hingesetzten Farbstreifen geben sich auch auf den ersten Blick schon als Handarbeit mit all ihrer Unperfektion, aber auch mit all ihrer Spontaneität und Offenheit zu erkennen. Oft dominiert Schwarz als Farbe feierlicher, manchmal auch düsterer, aber gleichwohl immer von einem warmen Timbre durchzogenen Grundstimmung.

Eine Beteiligung bei einer Gruppenausstellung mit zeitgenössischer Malerei im MoMA brachte 1984 den Durchbruch; es folgten Einzelausstellungen in Pittsburgh, in Boston und in der Whitechapel Gallery in London. Seit den 90er Jahren wurde Scully dann in zahlreichen großen Ausstellungen in Europa, den USA und Australien gezeigt; seine Werke befinden sich in den Sammlungen der großen Museen der Welt.

Die Ausstellung zeigt mit großformatigen Hauptwerken aus der Tate in London, dem Lenbachhaus und der Pinakothek der Moderne in München, dem ZKM in Karlsruhe, der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf und privaten Sammlungen einen repräsentativen Überblick seines Schaffens, mit dem er in den 1980er Jahre international bekannt wurde. Arbeiten auf Papier ergänzen die Auswahl.

Sean Scully. Werke aus den 1980er Jahren
29. Januar bis 8. Mai 2011

Wilhelm-Hack-Museum
Berliner Straße 23
D - 67059 Ludwigshafen am Rhein

T: 0049 (0)621 504-3045
F: 0049 (0)621 504-3780
E: hackmuseum@ludwigshafen.de
W: http://www.wilhelmhack.museum/

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  •  29. Januar 2011 8. Mai 2011 /
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Backs and Fronts, 1981. Öl auf Leinwand, 243,8 x 609,6 cm; Privatbesitz. © Sean Scully
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Light in August, 1991. Öl auf Leinwand, 228 x 294 cm; ZKM I Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe. © Sean Scully
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Durango, 1990. Öl auf Leinwand, 289,6 x 457,2 cm; Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. © Sean Scully
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Marius, 1987. Öl auf Leinwand, 228,6 x 274,3 cm; ZKM I Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe. © Sean Scully
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Stranger, 1987. Öl auf Leinwand, 244 x 315 cm; Privatbesitz. © Sean Scully