10. Oktober 2012 - 2:06 / Archiv / Grafik 

Die Ausstellung "Caspar Walter Rauh im Blick auf Paul Klee und James Ensor" stellt beispielhaft das umfangreiche zeichnerische und druck­gra­phische Werk Caspar Walter Rauhs dem graphischen Werk Paul Klees und Ja­mes Ensors gegen. Dabei wird Rauhs Frühwerk aus der Zeit nach Düsseldorf und sein Wirken in der Gruppe "Fantasmagie" eine besondere Rolle spielen.

Caspar Walter Rauh wurde 1912 in Würzburg geboren und starb 1983 in Kulmbach. Nach seinem Abitur am Bayreuther Gymnasium Christian Ernestinum ging er im Jahr 1932 an die Düsseldorfer Kunstakade­mie, um bei Werner Heuser und Heinrich Nauen zu studieren. Dort begegnete er auch Paul Klee. 1933, als die Nationalsozialisten Klee in Düsseldorf aus dem Amt jagten und Studenten wie Caspar Walter Rauh, Hubert Berke oder Georg Meistermann nahe legten, die Akademie "frei­willig" zu verlassen, lebte Rauh für einige Monate zusammen mit August Preuße und befreundeten Klee-Schülern in Amsterdam.

Seit 1958 war Rauh Mitglied der Gruppe "Fantasmagie", die ihren Sitz in Belgien hatte und europaweit agierte. Zusammen mit den dort wir­kenden Künstlern war Rauh in verschiedenen Ausstellungen des phantas­tischen Realismus vertreten. Stark beeinflusst war diese Gruppe von den surrea­len graphischen Bildwelten zum Beispiel von James Ensor.

Am 13. Oktober 2012 würde Rauh seinen 100. Geburtstag feiern. Dies nimmt das Kunstmuseum Bayreuth zum Anlass, dem Künstler eine größere Ausstellung zu widmen. Beispielhaft werden hier Caspar Walter Rauhs umfangreiches zeich­nerisches und druckgraphisches Werk dem graphischen Werken Paul Klees und James Ensors gegenüber gestellt. Ein besonderes Augenmerk erfährt dabei Rauhs Frühwerk aus der Zeit nach seiner Düsseldorfer Akademiezeit und sein Wirken in der international agierenden Gruppe "Fantasmagie".

Mit Uta Gerlach-Laxner konnte eine renommierte Klee- und Ensor-Kennerin als Gast-Kuratorin gewonnen werden. Sie wird begleitet durch einen reich bebilderten wissenschaftlichen Katalog mit Texten von Uta Gerlach-Laxner, Xavier Tricot und Philipp Schramm und durch ein umfangreiches Vermittlungsprogramm für alle Zielgruppen. Und am 14. Oktober feiert das Kunstmuseum Bayreuth den 100. Geburtstag von Caspar Walter Rauh mit der Vorstellung einer Publikation seiner Briefe und einem Museumsfest.

Parallel zu der Gründung der Helmut und Constanze Meyer Kunststiftung erwarb die Oberfrankenstiftung 1991 den Grundstock ihrer umfangreichen Cas­par Walter Rauh Sammlung. Zusammen mit der Georg Tappert Schenkung be­gründeten diese drei Sammlungen das Kunstmuseum Bayreuth, das im De­zem­ber 1999 Alten Barockrathaus der Stadt Bayreuth seine Tore öffnete. In diesem Jahr "fusioniert" das Kunstmuseum Bayreuth und das "Kleine Pla­katmuseum Bayreuth". Zeitgleich ist daraus eine kleine Auswahl von Plakaten über Caspar Walter Rauh im Kunstmuseum zu sehen.

Caspar Walter Rauh im Blick auf
Paul Klee und James Ensor

1. Juli bis 14. Oktober 2012



  •  1. Juli 2012 14. Oktober 2012 /
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Caspar Walter Rauh, o.T., 1933; Radierung
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James Ensor, Schädel und Masken, 1888; Radierung
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Paul Klee, Narretei, 1922; Lithographie